Der Büttnerbauer

RSSDer Büttnerbauer Der BüttnerbauerCover: Der Büttnerbauer

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Verlag: TUX - Charlo Der Büttnerbauer verließ die Stadt in bester Laune. Er hatte die Tasche voll Geld, das er für seinen Hafer eingenommen. Und was noch weit mehr bedeuten wollte, seine Hypothek hatte er untergebracht. Nun hing ihm auf einmal der Himmel voller Geigen. Es schien keine Sorgen und Nöte mehr zu geben auf der Welt, die Zukunft lag vor ihm im heitersten Lichte. Nun würde er sich die neue Kuh anschaffen können! so recht eine nach seinem Herzen, mit langem Rücken und starkem Euter, womöglich schwarz und weiß gefleckt. Das waren seiner Erfahrung nach die besten Milchkühe. Und dann liebäugelte er über diesen Plan hinaus mit einem anderen, noch kühnerern: die Scheune umdecken! das Strohdach kostete zu viel Reparaturen. Noch vor ein paar Tagen hatte er zu seinem Sohne Gustav gesagt, daß das eine Ausgabe sei, die er in seinem Leben nicht mehr werde auf sich nehmen können. Heute stellte er im Geiste schnell einen Kostenanschlag auf, der erstaunlich günstig ausfiel. Es würde schon gehen! es mußte ja alles gut werden. - Der Bauer schmunzelte in einem fort und pfiff auch gelegentlich still vergnügt vor sich hin. Etwas wie ein langverhaltener Jugendübermut kam über den alten Mann. Hätte er einen Bummler überholt, er würde ihn aufgefordert haben, zu ihm in den leeren Kälberwagen zu springen, nur um jemanden bei sich zu haben, dem er seine gute Laune mitteilen könne. Als er an einem Gasthofe vorüberfuhr, kam ihm der Gedanke, zu halten, und einen Branntwein zu fordern; das war ein Genuß, den sich der Büttnerbauer nur alle Jubeljahre einmal leistete. 1,00 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • Der Büttnerbauer verließ die Stadt in bester Laune. Er hatte die Tasche voll Geld, das er für seinen Hafer eingenommen. Und was noch weit mehr bedeuten wollte, seine Hypothek hatte er untergebracht. Nun hing ihm auf einmal der Himmel voller Geigen. Es schien keine Sorgen und Nöte mehr zu geben auf der Welt, die Zukunft lag vor ihm im heitersten Lichte. Nun würde er sich die neue Kuh anschaffen können! so recht eine nach seinem Herzen, mit langem Rücken und starkem Euter, womöglich schwarz und weiß gefleckt. Das waren seiner Erfahrung nach die besten Milchkühe. Und dann liebäugelte er über diesen Plan hinaus mit einem anderen, noch kühnerern: die Scheune umdecken! das Strohdach kostete zu viel Reparaturen. Noch vor ein paar Tagen hatte er zu seinem Sohne Gustav gesagt, daß das eine Ausgabe sei, die er in seinem Leben nicht mehr werde auf sich nehmen können. Heute stellte er im Geiste schnell einen Kostenanschlag auf, der erstaunlich günstig ausfiel. Es würde schon gehen! es mußte ja alles gut werden. - Der Bauer schmunzelte in einem fort und pfiff auch gelegentlich still vergnügt vor sich hin. Etwas wie ein langverhaltener Jugendübermut kam über den alten Mann. Hätte er einen Bummler überholt, er würde ihn aufgefordert haben, zu ihm in den leeren Kälberwagen zu springen, nur um jemanden bei sich zu haben, dem er seine gute Laune mitteilen könne. Als er an einem Gasthofe vorüberfuhr, kam ihm der Gedanke, zu halten, und einen Branntwein zu fordern; das war ein Genuß, den sich der Büttnerbauer nur alle Jubeljahre einmal leistete.