Kochende Sterne

Gereimte Ungereimtheiten

RSSKochende Sterne Kochende SterneCover: Kochende Sterne

Deutsch247 SeitenErschienen: 2014

Das Füttern von Enten kann uns die Welt in neuem Lichte erscheinen lassen. Und nicht nur kochende Sterne geben Rätsel auf.
Der Alltag ist es, den Fritz-J. Schaarschuh uns vor Augen führt, so wie er ist, als Ärgernis, Kuriosität und nicht zuletzt als Bühne all der menschlichen Schwächen und Eigenheiten, die uns Kopfschütteln machen oder die wir laut belachen können.
Dass wir dabei auch den Spiegel vor die Nase gehalten bekommen, mag uns vielleicht manchmal stören, aber, und die Erkenntnis wiederum tröstet, wir tragen alle unseren Teil dazu bei, dass diese Welt so ist wie sie ist.
Der alltägliche Wahnsinn ist hier in Reimen aufbereitet, und dem werten Leser sei geraten, die Gereimten Ungereimtheiten laut zu deklamieren.ISBN: 9783955011567Verlag: andersseitig.de11,99 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

  • Bücherliste
  • Leseprobe
  • Meine 8-Uhr-Bahn

    Mein Nachbar hustet.
    Ein Mädchen simst.
    Ihr Kumpel prustet.
    Ein Schüler bimst.
    Dann kräht ein Handy wie ein Hahn
    in meiner 8-Uhr-Straßenbahn.

    Ein Lachmaul geckert.
    Mein Nachbar niest.
    Ein Nörgler meckert.
    Der Schüler liest.
    Dann quietscht ein Player wie ein Kran
    in meiner 8-Uhr-Straßenbahn.

    Mein Nachbar redet
    per Händylein
    mit einer Bridget,
    sein Schnuckelschwein.
    Dann hört er Techno wie im Tran
    in meiner 8-Uhr-Straßenbahn.

    Ein Kleinkind quengelt.
    Mein Nachbar gähnt.
    Ein Dickwanst drängelt
    und ächzt gedehnt.
    Mach du auch was! rät mir die Bahn.
    Ich fange laut zu singen an.


    Dorffeste

    Vierzig Jahre ohne Feste
    holn wir nach, seid unsre Gäste!
    Kirmes, Stadt- und Schützenfest
    feiern alle – wir den Rest:
    Nebelfest und Fest der Sonne,
    Fest der vollen Regentonne
    und das Pumpernickelfest,
    das kein Auge trocken lässt.
    Schnaps- und Bierfest, Fest der Zoten,
    Fest der klügsten Vollidioten
    und noch sieben Feste mehr
    feiert unser Dorf bisher.
    Ohne alle Traditionen
    hatten wir jedoch Visionen!
    Attraktiv in Ost wie West
    ist heut unser kleines Nest.


    Mit der Lore und der Heide

    Mit der Lore in der Heide –
    sie bleibt unnahbar, ich leide.
    Mit der Heide in der Lore –
    was für rumpelnde Amore!


    In Klammern

    Heiko (22)
    war noch nie in Danzig.
    Mirko Müller (30)
    ist schon immer fleißig.
    Kerstin Meiers (44)
    Küsse sind noch immer würzig.
    Heiner Schulze (69)
    greift zum Nudelholz und rächt sich.
    Richtig ist, sagt Elke (70),
    was sich neckt, das küsst und liebt sich.
    Friederieke (107)
    liebt das Speckfett mit viel Grieben.
    Ohne diese Alters-( )
    wär der Text doch glatt zum Jammern!


    Der Fragebogen

    Sie essen gern Spinat und Kohl
    und fühln sich danach fit und wohl?
    Was halten Sie von fetten Speisen,
    die sich als sehr gesund erweisen?
    Sie fragen „was muss heute weg?“
    Bedauern Sie den Rotweinfleck?
    Wie stehn Sie zu den Hauptgerichten
    aus Würzholz zarter Edelfichten?
    Sie zahln mit Scheck? Sie zahlen bar?
    Und reichlich Trinkgeld – ist das klar?
    Sie möchten gern mehr essen gehen,
    schon um die Köchin mal zu sehen?
    Noch einmal Trinkgeld: Ist es fett,
    war auch die Kellnerin nicht nett?
    Die Rechnung – muss die immer sein?
    (Hier sagen Sie am besten „nein“.)
    Verweilen Sie an fremden Orten
    gern mal auf den First class – Aborten?
    Die Antwort war bei mir meist „ja“
    und schnell war das Ergebnis da:
    „Sie sind der ideale Gast,
    der gut in unser Gasthaus passt!“


    Man denkt!

    Man dachte, meinte oder glaubte –
    ein jeder traf für sich die Wahl
    des Verbs, die uns die Mode raubte.
    Heut sagt man nur „ich denke mal...“


    Groß oder klein

    „Hast du die Wahl, dann sei so schlau
    und nimm dir eine große Frau.
    Ihr Kuss, das wirst du sehen,
    ist himmelsnah im Stehen.“

    „Der Himmel ist mir völlig schnurz.
    Der Weg ins Paradies ist kurz,
    nehm ich mir eine kleine.
    Du weißt schon, was ich meine.“