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Die Blumen des Bösen

RSSDie Blumen des Bösen Die Blumen des BösenCover: Die Blumen des Bösen

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Zum Inhalt: Mit ‚Die Blumen des Bösen’ ruft Baudelaire die Staatsanwaltschaft auf den Plan, die ihn und seinen Verleger bezichtigt mit diesem Gedichtband die ‚öffentliche Moral und die guten Sitten’ zu beleidigen. Baudelaire und sein Verleger werden zu Geldstrafen verurteilt. Ohne die von der Staatsanwaltschaft kritisierten Gedichte erscheint dann die erste Ausgabe von ‚Die Blumen des Bösen’.2,40 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • Der Albatros Oft kommt es vor, dass, um sich zu vergnügen, Das Schiffsvolk einen Albatros ergreift, Den großen Vogel, der in lässigen Flügen Dem Schiffe folgt, das durch die Wogen streift. Doch, – kaum gefangen in des Fahrzeugs Engen Der stolze König in der Lüfte Reich, Lässt traurig seine mächtigen Flügel hängen, Die, ungeschickten, langen Rudern gleich, Nun matt und jämmerlich am Boden schleifen. Wie ist der stolze Vogel nun so zahm! Sie necken ihn mit ihren Tabakspfeifen, Verspotten seinen Gang, der schwach und lahm. Der Dichter gleicht dem Wolkenfürsten droben, Er lacht des Schützen hoch im Sturmeswehn ; Doch unten in des Volkes frechem Toben Verhindern mächt'ge Flügel ihn am Gehen Der fröhliche Tote Der Grund soll fett und reich an Schnecken sein, Wo ich mir selbst das tiefe Loch will graben Und strecken will mein alt und müd Gebein Und wie der Hai im Meer mich im Vergessen laben. Ich hasse Testament und Leichenstein, Will von der Welt nicht eine Träne haben, Nein, lieber lad' ich mir als Gäste ein Zu meinem letzten Fleisch und Bein die Raben. O Würmer, Freunde ohne Aug' und Ohren, Ein Toter kommt, der froh den Tod erkoren; Weise Genießer ihr, der Fäulnis Brut, Bohrt euch durch meine Reste ohne Sorgen Und sagt mir, blieb noch eine Qual verborgen Dem alten Leib, der tot bei Toten ruht? Das Fass des Hasses Der Hass ist bleicher Danaiden Fass; Umsonst mag Rache mit den rauen Händen Ins weite Dunkel ohne Unterlass Aus großen Eimern Blut und Tränen senden, Geheim durchbohrt ein Dämon das Gelass, Und Schweiß und Blut von tausend Jahren schwänden, Selbst wenn die Opfer, neubelebt vom Hass, Aufs neue bluten müssten und verenden. Dem Trinker gleicht der Hass, dem in Spelunken Mit jedem Schluck der wildre Durst erwacht Und sich der Hydra gleich verhundertfacht. Doch weiß der Trinker, wenn er hingesunken, Wer ihn besiegt; des Hasses Straf und Bann, Dass er nicht unterm Tische schlafen kann. Trübsinn Mir ist, als lebte ich schon über tausend Jahr Nie barg ein alter Schrein, so überfüllt er war Mit Rechnungen und Akten, Versen, Briefen, Mit Locken, die verwahrt in Scheinen schliefen, So viel geheimes Leid wie längst mein Hirn es barg. Das ist ein Riesenbau, ein ungeheurer Sarg, Ist eine Gruft, die zu viel Tote fasst. Ich bin ein Kirchhof, den das scheue Mondlicht hasst, Durch den die Würmer ziehn, Reu und Gewissensqual, Zernagend meiner liebsten Toten Mal. Ich bin ein alt Gemach, wo welke Rosen schauern, Und wie ein fahl Gewirr verblichne Trachten trauern. Wo nur ein matt Pastell, ein blasser Stich genießt Den süßlich schalen Duft, der dem Flakon entfließt. Nichts gleicht an Langsamkeit der lahmen Tage Stocken, Wenn unter schwerer Zeit eisgrauen kalten Flocken Der Überdruss, der dumpf aus müder Unlust steigt. Anschwellend dir das Maß der Ewigkeiten zeigt. Hinfort, beseelter Staub, wirst du nichts andrem gleichen Als dem granitnen Stein, den Schrecknisse umschleichen, Der in dem Nebeldunst der stummen Wüste träumt! Der Sphinx, die man vergaß, vor der kein Fuß mehr säumt, Die niemand kennt, und die in wilder Laune Qualen Ihr einsam Lied nur singt den roten Abendstrahlen. Schwermut Ich bin ein Fürst in Landen dumpf und kalt, Bin reich und machtlos, jung und dennoch alt. Ein Fürst, der seine Höflingsschar verachtet, Die Tiere selbst voll Überdruss betrachtet, Der taub für jeder Freude Lockruf scheint, Taub für sein Volk, das vor dem Schlosse weint. Des Narren Lied voll toller Spukgedanken Erheitert nicht den grausam kalten Kranken, Zum Sarg wird ihm sein goldnes Ruhebett. Die Damenschar umschmeichelt das Skelett, Weil es ein Fürst, mit schamloser Gebärde, Und jede hofft, dass ihr ein Lächeln werde. Der Weise selbst, der Gold im Blei erkannt, Hat die verderbten Säfte nicht gebannt. Kein Bad in Blut, wie es die Römer boten Den altersschwachen, zitternden Despoten, Erneute Kraft in diesen Leichnam gießt, Drin statt des Blutes grüne Lethe fließt.