Zwei Namen, eine Insel - BORKUM

RSSZwei Namen, eine Insel - BORKUM Zwei Namen, eine Insel - BORKUMCover: Zwei Namen, eine Insel - BORKUM

Deutsch24 SeitenErschienen: 2011

An die Nordsee fährt man nicht im Sommer, zumindest nicht das erste Mal. Der Spätherbst oder noch besser der Winter sind die rechten Jahreszeiten, um mit der Nordsee, ihren Küsten und Inseln, eine Freundschaft fürs Leben zu schließen.

Das gilt auch für die ostfriesische Insel Borkum. Um diese Zeit findet man hier noch Plätze, an denen es fast keinen menschlichen Lärm gibt. An schönen Tagen, zeitig am Morgen hörst du nur das leise Rauschen des Meeres, das Säuseln des Windes und das Konzert der Möwen. Oder bei schlechtem Wetter Nordsee pur: Dann donnern die Wellen an den Strand, der Sturm pfeift durch die Dünen – bei richtiger Kleidung ist auch das ein unvergessliches Erlebnis.

Wie ein Schutzwall gegen Sturmfluten liegen die ostfriesischen Inseln vor der Küste Ostfrieslands. Die westlichste und größte der Inseln ist Borkum.Das Eiland bestand bis vor kurzem, zumindest in geologischen Zeiträumen betrachtet, aus zwei Teilen. Bis 1862 war
West- von Ostland durch einen breiten, tiefen Priel, so nennt man nicht versiegende Wasserläufe im Watt, getrennt. Auch danach konnte das Watt zwischen den beiden Inseln nur bei Ebbe durchquert werden. Der Grund für das Zusammenwachsen war eine wuchtige Sandbank im Nordwesten direkt vor dem Einfluss in das trennende Wassergerinne. Erst der Bau des Hinterdamms (1872 bis 1874) schuf eine ständige Landverbindung, und durch umfangreiche Deichbauten im Südosten des Eilandes legten die Borkumer zusätzlich große Flächen trocken. Der Tüskendörsee, Zwischendurchsee, markiert die Gegend, wo früher das Meer die beiden Inseln trennte.
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  • Bücherliste
  • Leseprobe
  • Inhaltsverzeichnis
  • Das Watt

    Es gehört nicht zum Festland und zählt nicht zum Meer – das Watt. Es ist einmalig und voller Leben. Das findet auch das von der UNO eingesetzte World Heritage Commitee: Seit dem 26. Juni 2009 gehört das niedersächsische Wattenmeer zum UNESCO Weltnaturerbe.

    Das muss man gesehen haben – und zu einem Inselbesuch gehört sowieso ein Spaziergang durchs Wattenmeer.

    Auf der Ladefläche eines Pickups liegen eine Menge Gummistiefel. Man sieht ihnen an, dass sie ständig in Gebrauch sind – und das ist auch verständlich, denn ohne dieses Gummischuhwerk würde ein Besuch des Watts zu einem nassen Vergnügen werden.

    Nils Nörtemann, der Wattführer, sitzt auf der herausgeklappten Bordwand des Autos und versucht zu den Füßen seiner Teilnehmer die passenden Stiefel zu finden. 55 Cent pro Fuß kostet das wasserundurchlässige Schuhzeug für die Wattwanderung.

    Der studierte Betriebswirt Nils Nörtemann arbeitet seit einem Jahr im Watt, und schon jetzt kann er sich nichts anderes mehr vorstellen. Das Wattenmeer hat ihn gefangen genommen, so wie die Teilnehmer an der Tour von dem ebenen schlammigen Terrain bezaubert sind, denn in wenigen Stunden wird hier wieder Meer sein. Wehe demjenigen, der zu spät den Rückweg antritt. Auch bei Ebbe, wenn das Watt begehbar ist, durchziehen das Gelände mäandrierende Wasserläufe, die Priels, die eben noch durchwatbar in Minutenschnelle unpassierbar werden. Doch Nils erzählt nicht nur von den Gefahren, sondern auch von der reichen Pflanzen-und Tierwelt: von den Salzwiesen, von den Krebsen, Krabben, Muscheln, Schnecken und Wattwürmern. Zum Ende gibt’s noch einen Notruf: Ein Mädchen steht mit einem Fuß, nur mit Socken, im Matsch, ein Stiefel ist im Schlamm stecken geblieben. Nils hat das alles schon oftmals erlebt, mit seiner Gabel holt er den verlorenen Gummistiefel aus dem Morast heraus – besser ein verschlammter als gar kein Stiefel.

    Es wird immer dunkler, es beginnt leicht zu regnen, und einige Nebelschwaden ziehen auf. Es ist Zeit wieder ans Ufer zu kommen, auf festes Land. Doch diese Stimmung, mit dem leichten Regen, mit Wind, Nebel und Wolken und schummrigen Licht läßt uns nicht so einfach weglaufen.

  • • Geschichte
    • Geschichten
    • Ankunft auf der Insel
    • Wohnen im Osten
    • Das Watt
    • Die Insel der Leuchttürme
    • Der Fremdenverkehr – endlich der erhoffte Umschwung
    • Das Museum Dykhus
    • Der Hüter verborgener Schätze