Das Herz des goldenen Drachens

Das Schwert von Laabas 3. Buch

RSSDas Herz des goldenen Drachens Das Herz des goldenen DrachensCover: Das Herz des goldenen Drachens

Deutsch283 SeitenErschienen: 2011

Das Herz des goldenen Drachen

Auf ihrer Reise durch das vom Krieg zerrüttete Land finden Kai und Freya schnell neue Verbündete. Es gelingt ihnen unerwartet leicht in den Turm von Walnio einzudringen. Aber als sie dort ein Artefakt aus dem alten Imperium in ihren Besitz bringen, lenken sie die Aufmerksamkeit des schwarzen Prinzen auf sich. Dieser schickt seine gefährlichsten Handlanger auf die Jagd. Da ihnen der direkte Weg nach Hause versperrt ist, führt sie ihr Weg erneut ins Ungewisse. Sicher weiss Kai nur, dass sich innerhalb der kleinen, verzweifelten Gruppe ein Verräter befindet.

Die sechs noch verschont gebliebenen Königreiche können sich selbst in Erwartung des übermächtigen Feindes nicht einigen. Eifersucht, Misstrauen und blinder Eigennutz verhindern die Aufstellung einer gemeinsamen Streitmacht. Dies lässt eine kleine Gruppe von Verschwörern den Plan schmieden, unter allen Umständen einen neuen Kaiser auszurufen. Aber die Bedingungen, welche die Könige stellen, scheinen unerfüllbar.

Mank und Dario versuchen verzweifelt die Krieger auf das entscheidende Gefecht vorzubereiten und bemerken nicht, dass einer der Könige schon fest dazu entschlossen ist, zum Feind überzulaufen. Wird die alte, zweideutige Prophezeiung sich gegen die Gefährten richten? Als die Schlacht unmittelbar bevorsteht scheinen alle Vorteile auf Seiten des unbarmherzigen Feindes zu liegen.1,00 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • "Warte Freya", Kai hatte sich von dem Verwundeten aufgerichtet, "ich glaube nicht, dass wir ihm die Ketten lösen sollten, bevor er uns nicht die Wahrheit gesagt hat."
    "Was soll das heißen?", wollte Arnulf sich empören, aber Kai war an ihn herangetreten und während er sprach packte er ihn mit der einen Hand am Kiefer und bohrte den Daumen der anderen Hand unmittelbar unter der Ohrmuschel in die kleine Kuhle zwischen Kiefer- und Schädelknochen. Der Schmerz bewirkte, dass Arnulf seinen Kopf willig drehte.
    "Nach dem Dialekt und den Ausdrücken zu urteilen würde ich sagen, er kommt aus Tumpahn. In diesem Königreich werden nur verurteilte Verbrecher als Sklaven verkauft. Wollen wir mal sehen, rechtes Ohr ab bedeutet Dieb, linkes Ohr ab – Räuber, beide Ohren abgeschnitten als Zeichen für einen Mörder, die Nase...., egal. Wir haben hier also einen verurteilten Räuber vor uns. Habe ich Recht?"
    "Nun ja, Tumpahn ist das Land der Seefahrer und Händler. Aber nur die Seeleute, die bei einem großen Handelshaus angestellt sind, haben ein sicheres Einkommen, die übrigen müssen für sich selbst sorgen, die Kapitäne genauso. So ist die Art und Weise, wie Mannschaften für einige Schiffe gefunden werden, nicht immer sehr, äh, feinfühlig. Kurz, ich hatte gerade das Ende meiner Ausbildung in einer Spelunke gefeiert - ausgiebig gefeiert, wie es dem Anlass angemessen war – und als ich wieder erwachte, war ich bereits mit einem Schiff auf hoher See. Dort musste ich feststellen, dass es nicht unbedingt ein friedliches Handelsschiff war, sondern dass der Kapitän hatte einen etwas einseitigeren Warenaustausch im Sinn."
    "Er hatte sich bis zur Besinnungslosigkeit betrunken und wurde von einem Piratenschiff eingesammelt", Kai gingen die Umschreibungen des großen Kerls plötzlich auf die Nerven, vor allem, weil Alwine und Freya offensichtlich von der humorvollen Erzählweise begeistert waren.
    "Sagte ich doch, sagte ich doch. Nun zu meinem Erstaunen und zu meiner ewigen Schande muss ich gestehen, dass mir die Sache zu gefallen begann. Wir hatten einen jungen, kraftvollen Kapitän, der noch nicht abgestumpft und grausam war. Die meisten Handelsschiffe gaben schon bei unserem Anblick auf und wir verschonten nicht nur die Leben der Besatzung, sondern ließen ihnen auch noch genug Lebensmittel und Waren zum Überleben. Trotzdem füllte mein bescheidener Anteil den Beutel auf angenehme Weise.
    Aber leider war der junge Kapitän auch mit dem Optimismus und der Selbstüberschätzung der Jugend ausgestattet. Eines Tages sichteten wir ein eher kleines, harmlos anmutendes Schiff unter der Flagge Vienetums. Bisher hatten die Schiffe Vienetums sich nicht in der Nähe unserer Küsten gezeigt, wir wussten nur wenig über sie. Sie führten keine Ruder an der Seite, nur zwei große, seltsam geschnittene Segel.
    Aber das Schiff war unglaublich wendig, erst hat es uns die Ruder an der Backbordseite abrasiert und dann unsere Backbordseite gerammt. Nachdem unser Schiff gesunken war, haben sie seelenruhig die Überlebenden eingesammelt.
    Besonders peinlich ist mir, ehrlich gesagt, dass dieses Schiff, die "Unermüdliche" nur ein kleines Aufklärungsschiff war. Als wir in Vienetum angelandet wurden habe ich dort Kriegstriremen gesehen, bei Telwesa, dem achtflossigen Gott der Meere, die waren beeindruckend.
    Nun, in Vienetum hat man sich einen Spaß daraus gemacht, uns nach den Gesetzen Tumpahns abzuurteilen. Also wurde ich gekennzeichnet und ihn die Sklaverei verkauft. Ich bin nur ein armer Seemann, der sehnlich nach Hause will", beendete Arnulf seine Geschichte. Wahrheitsgemäß.
    Na ja, fast Wahrheitsgemäß – bei schwerem Wetter ist es immer besser zwei Anker im Grund zu haben. Mit der Feier hatte er die Erlangung seines Kapitänspatentes gefeiert und die Tatsache, dass ihm sein Vater, der nicht ganz unbekannte Fürst von Beltor mit einem nicht völlig unbedeutenden Ruf als Seeräuber, sein erstes Schiff anvertraut hatte. Und so sehr sehnte er sich auch nicht nach Hause, er hatte schon eine vage Vorstellung, was sein Vater zum Verlust des Schiffes sagen würde.