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Nach dem Erfolg ihres Buches "Italien mit dem Wohnmobil", setzt Marita Marie Loosli ihre Touren mit einer Winterreise in die Sonne fort.
Wer denkt daran auch nicht, wenn in Deutschland wieder einmal das nasskalte Schmuddelwetter seinen Einzug gehalten hat? "Die Küsten Spaniens und Portugals mit deem Wohnmobil" lässt den Winter üvergessen und verführt mit stimmungsvollen Farbbildern und unverkennbarer Liebe zum Süden Europas zu einer Reise an die iberischen Mittelmeer- und Atlantikküsten, die sich in dieser Zeit von den vielen Sommer-Touristen erholen dürfen und für eine kurze Atempause beinahe wieder zu den einsamen, ursprünglichen Paradiesen werden, die sie frïüher einmal waren. Doch auch die Metropolen der beiden L�nder kommen nicht zu kurz. Ob Barcelona, Valencia, Granada, Sevilla, Lissabon oder Porto... überall findet sich ein Platz für das "Hotel auf Rädern" und die Streifzüge laden zu einem Blick hinter die Kulissen ein. Ein Buch nicht nur für Wohnmobilreisende!
118 Seiten
Verlag: traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag
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Eigentlich sollte in diesem Jahr die für ihr sehr mildes und sonnenreiches Klima bekannte spanische Ostküste das Ziel unserer Reise sein. Doch entgegen unserer ursprünglichen Absicht die Winterwochen dort zu verbringen, sind wir nun aber stattdessen wieder einmal im uns schon wohlbekannten und vertrauten Algarve und freuen uns sehr darauf, Euch die vielen uns im Laufe der Jahre lieb gewordenen Plätze zu zeigen, um dabei - hoffentlich - ein vielfarbiges Kaleidoskop an Eindrücken zu vermitteln, dessen Blickwinkel ganz nach eigener Lust und Laune verändert werden kann …
Auf in den Süden! Wer kennt nicht diesen Gedanken, der einem unweigerlich in den Sinn kommen muss, wenn bei uns wieder einmal das winterlich kalte und ungemütliche Schmuddelwetter seinen Einzug gehalten hat? Nicht, dass das nicht seine Reize hätte! Eine Zeit lang kann ich es sehr wohl genießen, dick eingemummt durch die nebelgraue norddeutsche Heidelandschaft zu marschieren … zu beobachten, wie die Natur sich auf ihre Ruhezeit vorbereitet, um dabei mit jedem herunterfallenden Blatt einen leisen Anflug von wohliger Melancholie und irdischer Vergänglichkeit zu spüren. Auch einem heißen Glühwein auf dem zauberhaft nostalgischen Hamburger Weihnachtsmarkt mit seiner historischen Budenstadt und den Verkaufswagen aus den Zeiten der Jahrhundertwende, deren Anblick vor der beeindruckenden Kulisse des Rathauses wohl eher weniger die Augen der Kleinen, als vielmehr die der Großen leuchten lässt, bin ich keineswegs abgeneigt. Doch spätestens, wenn Weihnachten vorüber ist, bricht sich die Sehnsucht nach der wärmenden Sonne Bahn …
Als ich im vergangenen Sommer in einer Reisezeitschrift einen Bericht über den ‚Garten Spaniens’ - wie die Region Murcia auch genannt wird - entdeckte, war ich auf der Stelle restlos begeistert. Dorthin, genauer gesagt, in das einstmals kleine Fischerörtchen Lo Pagán, am nördlichen Ende dieses größten Salzwassersees Europas gelegen, wollte ich. Die ansprechenden Fotos mit ihren vor einem wolkenlos blauen Himmel leuchtenden Orangen, den so idyllischen Buchten vor dem Hintergrund kleiner malerischer Yachthäfen, den bunten, mediterranen Genuss versprechenden Märkten und nicht zuletzt und ganz besonders die Sonnenwärme verheißende Übersetzung des Küstenabschnittes Costa Calida, an dem dieser Lagunensee liegt, ließen in meiner Phantasie ein Überwinterungsparadies für Reisemobilisten entstehen, in dem es doch sicher kein Problem sein sollte, einen richtig schön gelegenen Platz mit Meerblick zu finden! Meinen Mann mit meiner Begeisterung anzustecken, war nicht allzu schwer. Schnell hatte ich ihn davon überzeugt, dass dort - an der ‚Heißen Küste’ - für die Winterwochen unser Aufenthaltsort sein sollte. Und dahin zieht es uns nun …
Bei unserer Ankunft zieht gerade eine bunt gemischte Prozession durch die Straßen. Da es der Vorabend des ‚Heiligen-Drei-Königs-Tages’ ist, steht das lebhafte Gemenge aus kirchlichem und weltlichem Nebeneinander wohl damit im Zusammenhang. Während des Umzuges inspizieren wir schon einmal die Hafenpromenade als einen möglichen Platz für eine erste Übernachtung. Die Parkplätze mit Blick auf den See erscheinen uns als bestens dafür geeignet. Also ziehen wir nach Aufhebung der Straßensperren dorthin um und machen es uns bei einer Flasche Wein gemütlich … froh, am Ziel unserer Reise angekommen zu sein! Als wir zu Bett gehen, hören wir hin und wieder einmal das Lachen später Spaziergänger, ansonsten herrscht Stille … bis wir mitten in der Nacht durch einen Höllenlärm schlagartig aus unseren Träumen gerissen werden! Entsetzt sitzen wir senkrecht in unseren Betten. Um uns herum toben lautstarke Musik und wütendes Geschrei. Ein vorsichtiger Blick aus dem Fenster zeigt die noch vor kurzem ruhige und menschenleere Straße bevölkert von eindeutig sehr stark alkoholisierten Gestalten. Zwischen einigen bahnt sich offensichtlich gerade eine größere Prügelei an … und das direkt vor unserer Türe! Die Situation wird ziemlich ungemütlich und wir würden ihr nur zu gerne davonfahren, doch die zuvor völlig freien Parkplätze an der Promenade sind mittlerweile alle belegt und man hat uns total zugeparkt. Wir müssten uns sehr vorsichtig aus der Lücke hinausmanövrieren … und würden damit wohlmöglich die Aufmerksamkeit der langsam aber sicher außer Rand und Band geratenden Menge auf uns ziehen. Und nichts läge uns ferner als das! So bleibt uns nicht anderes übrig als abzuwarten. Nach endlos erscheinender Zeit fährt der vor uns stehende Wagen schließlich weg und wir können gar nicht schnell genug diesen unbehaglichen Ort verlassen, um uns einen friedlicheren Schlafplatz am anderen Ende der Promenade zu suchen. Erst recht spät am nächsten Morgen schafft es die Sonne uns zu wecken.
Die sonntäglich beschauliche Ruhe lässt uns schon fast glauben, dass wir von den lautstarken Ausschweifungen in der vergangenen Nacht nur geträumt haben. Später erfahren wir aber, dass wir mit dem uns eigenen Talent im als ‚La Curva’ für sein äußerst lebhaftes Nachtleben bekannten Bereich gleich zu Beginn der Hafenpromenade Quartier bezogen hatten! Nach einem gemächlichen Tagesbeginn machen wir uns gegen Mittag auf die Suche nach unserem Paradies. Gleich hinter der Windmühle soll es liegen … so zumindest besagter Bericht in der Reisezeitschrift. Die etwas windschiefe Mühle ist nicht zu übersehen. Wir finden sie ohne Schwierigkeiten. Aber wo soll denn bloß die Zufahrt zu jener schmalen, beidseitig von Wasser gesäumten Palmenpromenade sein, an der Wohnmobilisten ohne Furcht vor Vertreibung einen idyllischen Platz an der Sonne beziehen können? Nach einer Stunde des Herumirrens haben wir sowohl die Salinen als auch die Schlammbäder, deren heilende Wirkung schon bei den alten Römern beliebt war und die noch heute bei Rheuma und Kreislaufbeschwerden geradezu Wunder bewirken sollen, kennen gelernt … aber noch immer nicht unser Paradies gefunden. Es führt einfach kein Weg dorthin. Schließlich untersuchen wir das Gelände um die Windmühle herum zu Fuß … und finden eine Baustelle vor, die wegen des Feiertages ruht und deshalb nicht sofort ins Auge fällt. Die in der Tat schöne Palmenpromenade dürfte für geraume Zeit nicht als Stellplatz nutzbar sein und ob sie es nach ihrer Neugestaltung jemals wieder sein wird, bleibt abzuwarten. Ich würde es aber eher für ein ‚verlorenes Paradies’ halten! Also müssen wir wohl oder übel nach einem neuen Ausschau halten.
Wir versuchen es zunächst in La Manga … und finden auf der schmalen Landzunge zwischen dem Mar Menor und dem Mittelmeer eine künstlich erschaffene Ferienstadt mit einer Skyline, die sich durchaus mit der von Benidorm und Alicante messen kann. Auch hier keine Chance auf einen Platz am Wasser. Jeder Zentimeter Strand wird von den jetzt winterstillen Hotelkomplexen beansprucht. Zutrittsverbote bestimmen das wenig schöne Bild. Schlechte Karten für Wohnmobilisten … Doch es hilft alles nichts. Wir brauchen einen Platz für die kommende Nacht. So fahren wir denn weiter dem Ende der Landzunge entgegen und dort gibt es tatsächlich noch die eine oder andere Stelle, an der man ohne eine den Zugang verwehrende Schranke den Strand erreichen kann. Ein Wachturm zum Schutz gegen Seeräuber am Ende einer vom Meer begrenzten Straße mit Sicht auf die gigantische Hotel-Silhouette erinnert noch an alte Seefahrerzeiten und daran, dass es einmal eine Zeit gab, als nur der Schrei der Möwen und das Zirpen der Grillen die Stille durchbrachen. Uns hingegen reißen früh am nächsten Morgen Baumaschinenlärm und gleich vor unserer Türe rangierende LKWs aus dem Schlaf. Der Tag, an dem alles zugebaut sein wird, ist sicher nicht mehr allzu fern. Die Bauaktivitäten sprechen für sich … und ob man sich längere Zeit mit dem Wohnmobil dort aufhalten möchte, ist eine Frage des Geschmacks.
Unserer ist es ganz sicher nicht! Und so machen wir uns am nächsten Morgen wieder auf den Weg. Schließlich ist die Costa Calida mehr als 250 Kilometer lang und Richtung Süden soll sie touristisch weitestgehend unerschlossen sein …
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