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Verlag: TUX - Charlo
Der Dampfer "Prinzregent" vom Norddeutschen Lloyd war auf dem Wege nach New York.
Nun endliche hatte ich den langersehnten Atlant am Tage unter meinen Stiefelsohlen und nacht unter meinen schmalen Kabinenkopfkissen. Die ungeheuere graue schwankende Wasserlinie hob und senkte sich draußen vor den Kabinenfenstern, als wäre rundherum ein unermeßliches unterirdisches Wasserbeben, das nie endete. Und der große Lloyddampfer erschien mir wie ein wanderndes Riesenschneckenhaus, das viele hunderte Menschen forttrug.
Immer fand ich: nirgends vergißt man die Vergangenheit schneller als auf dem sich fortwährend verwandelnden Meer, und nirgends träumt es sich angenehmer von der Zukunft als auf einem vorwärts stampfenden Lloyddampfer. So vergaß ich auch schnell die Begegnung am Atlant, die unauslöschlich ins Gedächtnis und ins Gefühl geprägt erschienen war, noch in Southampton, ehe ich mich auf dem Amerikaboot einschiffte. Das Gesicht der jungen Dame im Lodenmantel zerschmolz wie gewärmtes Wachs in meiner Vorstellung, und ich konnte es auf dem Atlant nicht mehr fest in seine sicheren Züge prägen. Alles, was ich zuletzt erlebt hatte, verließ mich wie der gewaltige Rauch aus den Schloten des Dampfers, der sich unförmig ballte, tief sank und als undurchsichtiger Kohlennebel hinter dem Schiff zurückblieb.
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