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Die Suche nach dem Drachenbanner [Eyke O. Pellgren]
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Die Suche nach dem Drachenbanner
In den sieben Königreichen herrscht nach der gewonnen Schlacht Frieden, aber deshalb wiegen die Herrscher sich in Sicherheit und der Aufbau einer gemeinsamer Armee wird durch politische Streitigkeiten immer unwahrscheinlicher. Als Prinzessin Dagmar und ihr Ehemann beschließen, nach dem legendären Drachenbanner zu suchen, nutzen Kai und Freya die Gelegenheit. Sie begleiten die bewährten Reisegefährten, um Freyas verschollene Brüder zu suchen.
Wieder beginnt die Reise friedlich und Kais durch die Pubertät verursachten Schwierigkeiten, sein Verhältnis zu Freya zu klären, scheinen die einzigen Unannehmlichkeiten zu sein.
Aber schon bald geraten Kai und Freya in den dunklen Sümpfen in Lebensgefahr, unterliegt Bran dem schwarzen Prinzen, einem Zauberer mit unbekannten Fähigkeiten und geraten Dagmar und die verbliebenen Gefährten in Gefangenschaft.
In einem sterbenden Königreich finden sie schließlich den Ursprung der Legende vom Drachenbanner. Während sie dem König von Avislay in einer gefahrvollen Mission helfen, gelangen sie an den Ort eines grausamen Gemetzels. Es wird immer deutlicher, dass der schwarze Prinz nicht nur durch sein Bündnis mit den Barbaren aus dem Osten sondern auch durch seine geheimnisvollen Kräfte eine nie gesehene Bedrohung für alle Königreiche darstellt. Verzweifelt reisen sie nach Capolum, der Hauptstadt des alten Imperiums um nach verschüttetem Wissen über alte Zauberkünste zu suchen.
So befinden sie sich in Capolum, als der schwarze Prinz mit seinen Barbaren die berühmten Regimenter der Hauptstadt in demütigender Schnelle besiegt und die alte Hauptstadt plündert. In den letzten Stunden vor dem Untergang der Hauptstadt müssen die Gefährten Entscheidungen treffen, die ihr weiteres Schicksal bestimmen werden. So trennt sich die bewährte Reisegruppe erneut. Einige folgen ihren persönlichen Zielen, einige nehmen den Kampf gegen die scheinbar unbezwingbare Armee des schwarzen Prinzen auf.
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Kai war in Schwierigkeiten. Seine beiden Verfolger holten schnell auf, er selbst war bereits schweißnass und völlig erschöpft. Eigentlich war er ein ausdauernder Läufer, aber selbst mit seiner leichten Rüstung hatte er gegen seine Verfolgung nicht die geringste Chance. Sie waren inzwischen auch zu nahe, um sich irgendwo verstecken zu können. Gleich würde er sich ihnen stellen müssen.
Eine ganze Anzahl unterschiedlicher Personen waren im Vorfeld der Stadt unterwegs, bisher hatten ihn lediglich neugierige Blicke verfolgt. Wenn es hier zu einer Auseinandersetzung kam, konnte sich das schnell ändern. Er war ein Fremder und sobald die Männer einige Bekannte fanden, wäre er endgültig unterlegen.
Sicher konnte Kai das Schwert ziehen und sie auf Abstand halten, aber dies schwor neue Gefahren herauf. Wenn er einen seiner Verfolger verletzte, wurde die Gefahr, das Umstehende eingriffen größer, erst recht wollte er keinen der Männer töten. Er lief an einer großen Schmiede vorbei, der Schmied ließ sich gerade für eine Arbeit bezahlen. Hinter der Schmiede war ein massives Gatter gebaut, indem vermutlich Kunden ihre Tiere warten lassen konnte. Einige Straßenkinder spielten nahe dem Gatter. Als Kai an dem erstaunten Schmied vorbeischnaufte, kam ihm eine Idee. Was hatte Mank als kennzeichnend für diese Stadt genannt?
Schnaubend blieb der junge Krieger am Ende des Gatters stehen, so dass sein Rücken durch die Holzkonstruktion gedeckt war. Dann griff er in eine seiner Taschen und holte drei schwere, glänzende Goldmünzen hervor. Unfähig zu sprechen, hob er sie hoch, so dass sie in der Sonne glänzten. Die Verfolger hielten an und betrachteten das Gold. Nach kurzer Zeit kamen sie zur Überzeugung, die Münzen würden sie so oder so bekommen. Warum also auf den Spaß verzichten, diesem offensichtlich erschöpften Burschen noch eine ordentliche Tracht Prügel zu verabreichen?
Nach langem Denken zeichnete sich dieser Entschluss deutlich auf den Gesichtern der beiden Männer ab. Sie blickten sich noch einmal an und begannen, langsam auf Kai zu zugehen. Dabei erweiterten sie ihren Abstand und begannen drohend mit den Knüppeln in die Luft zu schlagen.
Kai warf die Münzen mit einer schnellen Bewegung genau zwischen die Männer und die spielenden Straßenkinder. Diese reagierten wesentlich schneller als die Männer und stürzten sofort auf das Gold zu. Erleichtert kehrte Kai den Geschehnissen den Rücken zu und ging langsam in die Richtung weiter in der er das Stadttor vermutet. Geschrei, Fluchen und Schmerzensschreie bewiesen deutlich, seine Verfolger waren mit anderen Dingen beschäftigt und würden es vermutlich auch noch eine ganze Weile bleiben.
Zehn Minuten später saß er im Sattel seines Pferde und lachend und scherzend ritten die Gefährten in Richtung Norden weiter. Nach einiger Zeit fragte Kai:
"Müssen wir mit einer Verfolgung rechnen? Wird dieser Aurelius sich rächen wollen?"
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