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Die Sklavin Der erkaufte Henker Erzählungen
Aus dem Inhalt: „Vollkommen, mein alter Junge, vollkommen,“ entgegnete Guston – „der Böse hole die freien Staaten; ein Pflanzer kann nun einmal da nicht existieren, wo kein Sklavenhandel ist. Ich hatte erst allerlei phantastische Ideen von der Freiheit und Gleichheit der Menschen,“ fuhr er fort, als er seinen Arm in den des jungen Mannes hing und mit ihm an das Ufer hinaufschlenderte – „ich glaubte es eine Sünde, meine schwarzen Bruder, wie die Methodisten sagen, zu schinden und zu plagen, bat daher meinen Alten um Reisegeld und ging nach New-York. Von dort aus schrieb ich Dir, dass ich gesonnen sei, mir ein Landgut zu kaufen und mich im Norden des Staats, oder in Connecticut, zwischen den dort eingewanderten gemütlichen Pennsylvaniern niederzulassen. Es war damals meine Absicht, und hätte ich es getan, so ständen wir jetzt nicht hier auf louisianischem Grund und Boden zusammen; gerade damals lernte ich aber einen jungen Mann kennen, dem ich mich anschloss und dessen intimer Freund ich wurde, so dass ich, da er in Geschäften nach Europa musste, mit ihm ging und mit dem Great Western hinüber nach dem alten Lande segelte.“
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„Vollkommen, mein alter Junge, vollkommen,“ entgegnete Guston – „der Böse hole die freien Staaten; ein Pflanzer kann nun einmal da nicht existieren, wo kein Sklavenhandel ist. Ich hatte erst allerlei phantastische Ideen von der Freiheit und Gleichheit der Menschen,“ fuhr er fort, als er seinen Arm in den des jungen Mannes hing und mit ihm an das Ufer hinaufschlenderte – „ich glaubte es eine Sünde, meine schwarzen Bruder, wie die Methodisten sagen, zu schinden und zu plagen, bat daher meinen Alten um Reisegeld und ging nach New-York. Von dort aus schrieb ich Dir, dass ich gesonnen sei, mir ein Landgut zu kaufen und mich im Norden des Staats, oder in Connecticut, zwischen den dort eingewanderten gemütlichen Pennsylvaniern niederzulassen. Es war damals meine Absicht, und hätte ich es getan, so ständen wir jetzt nicht hier auf louisianischem Grund und Boden zusammen; gerade damals lernte ich aber einen jungen Mann kennen, dem ich mich anschloss und dessen intimer Freund ich wurde, so dass ich, da er in Geschäften nach Europa musste, mit ihm ging und mit dem Great Western hinüber nach dem alten Lande segelte.“
„So bist Du indessen in Europa gewesen?“ unterbrach ihn erstaunt der junge Pflanzer.
„Gewiss,“ nickte Guston, „in England, Irland und Deutschland; durch die ersten beiden Länder begleitete ich meinen neu gefundenen Freund, bis dieser sich plötzlich in ein irländisches Mädchen, und zwar so rasend verliebte, dass er in vier Wochen Hochzeit hielt, gegenwärtig mit allen möglichen alten Squires und jungen Gentlemen nach Füchsen und Kirchtürmen rennt, über alle nur aufzufindenden Hecken, Gräben und Mauern wegsetzt, und sich jetzt, wenn er nicht unter der Zeit den Hals gebrochen hat, ganz wohl befindet. Ich selbst hatte es da bald satt, ging zurück nach England und ließ mich von da nach Deutschland übersetzen. Dort hatte ich Gelegenheit, das Leben der unteren Volksklassen, das Leben der Armen kennen zu lernen, und, Ned, von dem Augenblick an bedauerte ich unsere Sklaven nicht mehr. Es muss hart sein, die Freiheit zu verlieren und der Willkür eines oft vielleicht zu strengen Herrn preisgegeben zu werden; aber das Elend, das ich dort gesehen, die Nahrungssorgen der Unglücklichen, vor deren Augen die eigenen Kinder darben und verderben; der Frost noch dazu im Winter, wo der Vater, der einzige Brodverdiener, eingekerkert wird, wenn er den Jammer zu Hause nicht mehr mit anschauen mochte und in den Wald ging, um ein paar Zweige abzubrechen und die Seinigen wenigstens zu erwärmen, wenn er sie nicht sättigen konnte – der eingebildete, förmlich wahnsinnige Stolz des Adels dabei, gegenüber den unglücklichen Armen – und außerdem noch eine gesetzliche Willkür, die dem Unglücklichen mit dem vollem Pomp und Schein offenbarer Gerechtigkeit mit gierigen Händen das Letzte nimmt und dem Vernichteten in der Pracht und dem Luxus der Großen wie zum Hohn alles Das zeigt, was er eben entbehren muss, nicht einmal im Stande, seine Kinder so zu füttern, wie die Hunde der Großen gefüttert werden – das, Ned, füllte mich mit Ekel und Überdruss, und ich kann Dir gestehen, ich war froh, als ich das alte Land wieder hinter mir hatte. Es mag denen dort zusagen, die es ihre Heimat nennen, der Eskimo liebt ja seine Eisberge und Trannahrung, aber dem, für den es diesen Zauber entbehrt, ist es ein trauriger Aufenthalt – ich möchte dort nicht leben. Nach kurzem Aufenthalt in Deutschland kehrte ich über Hamburg nach New-Orleans zurück und bin heut, wie Du mich siehst mit dem Postboot heraufgekommen, um von hier zu Land meines Vaters Plantagen zu erreichen.“
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