Unser täglich Brot ...

Morbide Erzählung, literarisch anspruchsvoll

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Deutsch25 Seiten

Seit einiger Zeit verhielt sich Pete ... irgendwie anders. War er noch vor kurzem ein ausgeglichener, bodenständiger Typ, machte er nun vor allem durch seinen gesteigerten Appetit auf sich aufmerksam, was ich als sein bester Freund natürlich sofort bemerkte. Auch seine Konzentration schien immer mehr nachzulassen. Nein, er war definitiv nicht mehr derselbe ...

Eine morbide Erzählung - für kalte Schauer und Tage. Lesen Sie jetzt eine meiner besten Erzählungen!

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  • "Und da war noch etwas Seltsames, das mir derartige Anlässe zunehmend verübelte. Dass sich Pete nämlich während des Essens überhaupt nicht um mich kümmerte, sondern vorwiegend mit Essen oder Nachbestellen beschäftigt war und ich mir in seiner Gegenwart geradezu unnütz vorkam, wie ein taubstummer Pfaffe im Beichtstuhl, war schon befremdlich. Ich existierte für ihn gar nicht, und wenn er mich ansprach, dann meist in Frageform, wie mir die Mahlzeit schmecke, welchen Nachtisch ich bestelle, ob ich ein preiswertes Restaurant in Chinatown kenne und so weiter.
    Nun war ich ein viel zu gutmütiger Mensch, um einfach wegzuschauen, wenn meine Freunde ein Problem haben. Denn mit Pete stimmte etwas nicht, das lag auf der Hand. Für gewöhnlich gehe ich in einem solchen Fall direkt auf den Betroffenen zu, versuche herauszufinden, woran er leidet und ihm so gut wie möglich zu helfen. Für mich ist das Helfen eine Art Selbsttherapie, die man nicht bei sich selbst, sondern an anderen ausprobieren kann – fast ohne Risiko. In meinem Bekanntenkreis war ich als Hobby-Psychiater schon so angesehen, dass man mich unaufgefordert um Rat fragte, auch wegen Lappalien."