Tod einer Überlebenden

RSSTod einer Überlebenden Tod einer ÜberlebendenCover: Tod einer Überlebenden

Deutsch

Zum Inhalt:
Vivien Follest, Mutter einer vierjährigen Tochter, lebt in Boston, führt scheinbar eine Bilderbuchehe und eine völlig geordnete Existenz. Was niemand weiß: Sie lebt ein Doppelleben. Einerseits ist sie Mutter und Ehefrau, andererseits arbeitet sie als Killerin, Agentin und Zuträgerin für eine geheimnisvolle Organisation, die sie selbst als die Boten bezeichnet.



Ihr Leben wird jäh zerstört, als ihre Familie bei einem Bombenattentat getötet wird und sie nur knapp überlebt. Durch Zufall findet sie heraus, dass die Organisation dahinter steckt. Sie versucht, hinter die Auftraggeber und Drahtzieher des Anschlags zu kommen, aber die Killer der Organisation und der FBI sind hinter ihr her…5,80 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

  • Bücherliste
  • Leseprobe
  • Lieutenant Morales Pizzaro von der Mordkommission der Polizei in Miami steht auf der Terrasse des Restaurants, neben dem Rand, blickt über diesen in die Tiefe. Hinter ihm sind zwei Männer und eine Frau damit beschäftigt, die Spuren, die am Tisch hinterlassen wurden, zu sichern.


    Die Tote am Tisch liegt immer noch mit ihrem Gesicht am Rand einer der Kaffeeuntertassen, die schräg über ihrem Kopf aufragt. Lieutenant Pizzaro, der immer wieder von seinen Kollegen wegen seines Namens als der Eroberer bezeichnet wird – aber eben nur deshalb – ist ein recht kleiner Mann, kaum größer als fünf Fuß. Er hat einen Schmerbauch, eine frühzeitige Glatze und neigt ausgesprochen zu Gemütlichkeit. Deshalb zieht der Witz mit seinem berühmten Namensvetter bei einigen Personen, die ihn zum ersten Mal sehen. Er findet ihn zum Kotzen.


    Er dreht sich um, sieht die Polizeifotografin ihre Arbeit tun, die Frau und den Tisch von allen Seiten fotografieren. Pizzaro fällt der auffrischende Wind auf, der der toten Frau mit den langen dunklen Haaren Strähnen hoch weht. Einer der Männer der Spurensuche, Fred McBain, gebürtiger Ire, nimmt mit einem Klebestreifen den Abdruck des Lippenstifts von der weißen Tasse, mit der die andere Frau den Kaffee getrunken hat. Dann schabt er noch einige Reste davon von der Tasse ab, um die Marke feststellen zu können.


    Nach Fingerabdrücken der unbekannten Frau, die einige Zeugen als recht groß, attraktiv und mit einem kurzen Kostüm und auffallenden Strümpfen in Schottenrockmuster bekleidet, bezeichnet haben, wurde schon gesucht, aber die rauen Muster des Henkels und der Tasse liefern keinen brauchbaren Abdruck. Es gibt nur wenige Zeugen, einige Restaurantgäste, die Bedienung.

    Nach Aussagen der Bedienung waren die Frauen recht früh gekommen, hatten gegessen, dann Kaffee bestellt. Sie waren in ein lebhaftes Gespräch verwickelt gewesen, als der bestellte Kaffee aufgetragen wurde. Irgendwelche Anzeichen für eine Auseinandersetzung hatte es nicht gegeben.


    Die eigentliche Tat war angeblich nicht beobachtet worden, dann war aber die Rothaarige – einer der Zeugen bezeichnete ihre Haarfarbe aber als brünett – aufgestanden und mit eiligen Schritten gegangen. Sie war nicht wieder gekommen.


    Die Dunkelhaarige war leicht zusammengesunken sitzen geblieben. Als nach einiger Zeit wieder die Bedienung kam, um die Rechnung zu bringen, war ihm aufgefallen, dass sie völlig regungslos dasaß. Er hatte Polizei und einen Krankenwagen gerufen, aber der Notarzt hatte nur ihren Tod – keinen Puls mehr - feststellen können. Der eingetroffene Polizist hatte schon einige Erfahrung mit gewaltsam Getöteten und ihm war aufgefallen, dass unter ihrem Hals Blut am Tisch war. Er hatte sofort die Mordkommission alarmiert.


    Und jetzt steht Lieutenant Pizzaro, der mit seinem Namensvetter aus dem sechzehnten Jahrhundert auch wirklich nicht die geringste Ähnlichkeit hat, auf der Terrasse und fragt sich, wer, wieso und was die junge Frau umgebracht hatte. Als der Polizeiarzt eintrifft, sind die Spuren gesichert und die Kollegen wieder abgerückt, nur die Fotografin ist noch da, um Fotos zu machen, wenn die Tote aufgerichtet wird.