Wind des Universums

RSSWind des Universums Wind des UniversumsCover: Wind des Universums

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Zum Inhalt:

Irgendwo im Universum muss ein Agent einer fortgeschrittenen, raumfahrenden Zivilisation auf einer fremden Welt notlanden.

Er verliert sein Gedächtnis. Lai Nic, eine Agentin, wird ausgesandt, um ihn zu finden und von dem primitiven Planeten zu holen. Während der langen und gefahrvollen Reise lernt sie nicht nur, in der archaischen und gewalttätigen Gesellschaft vor der Kulisse einer rauhen Natur zu überleben. Sie findet den Verunglückten, muss ihm erst beibringen, wer er ist. Gemeinsam fliehen sie vor Geheimdiensten, kommen sich physisch und psychisch näher5,80 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • Ich schaffe es tatsächlich, die Fesseln so weit zu lösen, dass sie nur mehr locker auf meinen Handgelenken liegen. Als wir einen sehr dichten Wald auf dem Kamm eines relativ sanft abfallenden, aber ziemlich unübersichtlichen Berges durchqueren, sehe ich meine Chance gekommen. Ich werfe die nur mehr locker sitzenden Fesseln ab, ziehe den linken Fuß aus dem Steigbügel und lasse mich auf die rechte Seite über den Rücken des Tiers auf den Waldboden fallen. Zum Glück sind die Tiere nicht sehr groß und der weiche Boden hilft mir. Der Rock, das Korsett und die Krinoline sind leider ein Hindernis, aber doch kein sehr großes.

    Ich rolle mich ab und renne, so schnell ich kann, den Hügel hinunter. Hinter mir höre ich Wutgeschrei.
    Meine Berechnung war aber richtig, der Wald ist für die Tiere zu dicht und zu unübersichtlich. Keine Reiter folgen mir, scheinbar sind aber trotzdem zwei oder drei der Männer hinter mir her. Ich laufe, schlage Haken, wechsle einige Male die Richtung. Endlich kommt mir mein Training zugute. Bald kann ich die Männer nicht mehr hören. Ich laufe weiter Richtung bergab.
    Am tiefsten Punkt versuche ich mich zu orientieren. Ich habe mir die Richtung, die wir genommen haben, gemerkt. Wir sind in Richtung der aufsteigenden Sonne geritten,ich gehe und laufe in die andere Richtung, soweit es mir mit diesen Gewändern überhaupt möglich ist.

    Aber ich komme nicht weit, plötzlich höre ich die Laute von Hunden. Sie sind offensichtlich entschlossen, mich wieder einzufangen. Woher die Hunde stammen, ist mirvöllig unklar. Aber ich merke, dass die Hunde hinter mir her sind und immer näher kommen. Ich versuche, sie abzuschütteln, indem ich mehrmals versuche, kleine Wasserläufe entlang zu gehen.

    Die Wasserläufe sind aber leider hier sehr schmal und steinig, so etwas wie einen Fluss oder einen See gibt es nicht. Bald höre ich die Hunde und die Rufe der Männer schon sehr laut. Ich laufe einen Abhang hoch, unter mir ist an ein Weiterkommen nicht mehr zu denken. Hinter mir die Hunde und die Jäger. Ich komme zum Stillstand, vor mir ist ein felsiger, sehr steiler Abhang, wo ein kleines Rinnsaal in Form eines Wasserfalls in einen kleinen See mündet.

    Ich überlege nur kurz, ob ich es wagen soll, dort hinunter zu springen, da höre ich hinter mir triumphale Schreie. Mindestens zwei Männer kommen von hinten, reißen mich zu Boden. Ich habe keine Möglichkeit zur Gegenwehr. Als ich am Boden liege, nimmt einer der beiden einen Strick und fesselt meine Hände hinter meinem Rücken hart zusammen. Als ich schreie, zieht der andere einen schmutzigen Lappen aus seiner Tasche und knebelt mich. Der mich gefesselt hat, schlägt mich wie beiläufig mit dem Handrücken auf die linke Wange. Nachdem dies nicht mit viel Kraftanstrengung geschehen ist, schauen sie scheinbar auch jetzt darauf, dass sie mich als Ware nicht beschädigen. Ich aber habe nichts erreicht als meine Situation noch zu verschlimmern.

    Sie zwingen mich, zwischen ihnen durch den Wald zurück zu den Tieren zu gehen. Als wir zurück sind, steht die Sonne schon hoch. Morga sieht mich entsetzt an. Ich blicke an mir herab, mein Kleid ist schmutzig und zerrissen, ich habe mehrere Kratzer an den Armen und im Gesicht, meine Haare sind völlig durcheinander.

    Einer der Männer deutet Morga, sie soll auf ihrem Reittier sitzen bleiben – sie darf sich nicht um mich kümmern. Statt mich wieder auf eines der Reittiere zu setzen, wird ein längerer Strick um den Knauf des Sattels eines der Männer gebunden.
    Einer der Männer tritt von hinten an mich heran und legt mir einen Metallreifen um den Hals, der hinten geschlossen wird. Das andere Ende des Stricks wird durch einen Ring, der vorne am Halsreifen befestigt ist, gebunden. Ich muss wie ein gefangenes Tier hinter dem Reiter herlaufen, nicht einmal der Knebel wird mir abgenommen.

    Der Anführer, er ist keiner von den beiden, die mich wieder eingefangen haben, gibt das Zeichen zum Aufbruch. Ich werde nicht geschont, die Tiere gehen wieder im gleichen Tempo wie vor meiner Flucht.

    Bald schon verfluche ich meinen ungeschickten, voreiligen Fluchtversuch sowie meinen Leichtsinn. Ich bin zu ungeschickt und zu dumm, um auf mich selbst aufzupassen und dann schicke ich auch noch zweimal Drosden-Jetzow im falschen Moment weg!

    Nach einigen Stunden spüre ich meine Füße überhaupt nicht mehr. Ich muss schon einige Blasen haben.

    Ich schwitze fürchterlich, das Korsett reibt an mehreren Stellen. Nur mit Mühe komme ich noch mit, hoffe, nicht zu fallen – wahrscheinlich schleifen sie mich dann einfach mit. Bald bin ich über und über mit Staub bedeckt, den die Tiere mit ihren Hufen aufwühlen. Der Knebel in meinem Mund verursacht mir Übelkeit und Brechreiz. Es ist die Hölle.