Die Kameliendame

RSSDie Kameliendame Die KameliendameCover: Die Kameliendame

Deutsch

Die Kameliendame (La dame aux camélias) ist ein Roman des französischen Autors Alexandre Dumas d. J. Er erschien 1848 in Paris und wurde zu einem der größten Erfolge des sonst im Schatten seines Vaters stehenden Autors.Wie auch andere Romane Dumas d. J. beschäftigt sich das Buch mit der Pariser Halbwelt, der demi-monde, in der sich Dumas bewegte. Die Handlung der Kameliendame ist teilweise autobiografisch und erzählt die Geschichte seiner Begegnung als Zwanzigjähriger mit der Modistin und Kurtisane Marie Duplessis. Der junge Armand Duval, ein Mann aus den besten Kreisen der Pariser Gesellschaft, lernt die Kurtisane Marguerite Gautier kennen und lieben. Die einzigen Blumen, mit denen man sie beschenken darf, sind Kamelien. Nach anfänglichen Eifersüchteleien und Rückzügen seitens Armands, der sich immer heftiger in sie verliebt und dementsprechend ungehalten auf ihren Lebensstil reagiert, verliebt sich auch Marguerite in ihn und versucht, ihr früheres, liderliches Leben seinetwillen aufzugeben und mit ihm zusammen ein neues Leben zu beginnen. Als sein Vater, ein überaus sittsamer Mensch, der sehr um seinen Sohn besorgt ist, von der Liaison erfährt, versucht er zunächst energisch, diesen umzustimmen. Als dieser höflich, aber bestimmt ablehnt, sucht der Vater heimlich Marguerite auf. Als sie ihn, der ihr zunächst entrüstete Vorwürfe macht, von der Echtheit ihrer Liebe zu Armand überzeugt, beschwört er sie, seinen Sohn und dessen Zukunft nicht durch die ehrlose Verbindung zu gefährden. Sie beugt sich, trennt sich von Armand und kehrt um seinetwillen in ihr altes Leben zurück. Armand erfährt nichts von den Vorgängen und ist tief verletzt. Erst als sie schwer lungenkrank im Sterben liegt, erfährt er die Gründe ihres Handelns. 3,99 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

  • Bücherliste
  • Leseprobe
  • Man sagte, die Verbindung der beiden beruhe auf der Sucht des Herzogs nach Ausschweifung, wie man sie häufig bei reichen, alten Männern findet. Man vermutete alles, nur nicht die Wahrheit. Er aber hegte nur reine Vatergefühle für Marguerite, und jede andere Empfindung wäre ihm wie Blutschande vorgekommen. Niemals hat er ihr auch nur ein Wort gesagt, das seine Tochter nicht hätte hören können. Es liegt uns aber fern, unsere Heldin anders zu zeigen, als sie war. Wir berichten also, daß es ihr, solange sie in Bagneres war, nicht schwerfiel, das dem Herzog gegebene Versprechen zu halten. Aber wieder in Paris, glaubte dieses an Zerstreuung, an Bälle und ausschweifende Feste gewöhnte Mädchen vor Langeweile sterben zu müssen. Ihr eintöniger Tageslauf wurde nur durch die regelmäßigen Besuche des Herzogs unterbrochen. Die Erinnerung an ihr früheres Leben ließ ihr keine Ruhe und entrang ihr heiße, sehnsuchtsvolle Seufzer. Wir müssen hinzufügen, daß Marguerite von dieser Reise schöner denn je zurückgekehrt war. Sie war zwanzig Jahre alt, und die schlummernde, aber nicht besiegte Krankheit erweckte in ihr den größten Lebenshunger, der fast immer die Begleiterscheinung eines Lungenleidens ist. Die Freunde des Herzogs lagen unablässig auf der Lauer, um ihm einen Fehltritt der jungen Frau, mit der er sich, wie sie sagten, kompromittierte, zu hinterbringen.