Der Puppenkasper. Weibliche Macht - Männliche Ohnmacht

RSSDer Puppenkasper. Weibliche Macht - Männliche Ohnmacht Der Puppenkasper. Weibliche Macht - Männliche OhnmachtCover: Der Puppenkasper. Weibliche Macht - Männliche Ohnmacht

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Tim bekommt als Achtjähriger ein Aquarium geschenkt, mit hübschen Männchen und hässlichen Weibchen. Das Aquarium wird zum Symbol seines Lebens: Alleinerziehende Mutter und Emanzen-Lehrerin möchten ihn zum Frauenversteher erziehen. Denn Frauen sind seit Jahrhunderten schutzbedürftige Opfer, Männer dagegen Täter. Tim erlebt im Lauf der Jahre, wie er selbst gegenüber Frauen benachteiligt wird. Beim Wehrdienst, im Berufsleben, sogar vor Gericht. Das ist nicht mehr amüsant. Tims Leben verläuft anders, als Mutter und Lehrerin sich das dachten. Ganz anders ...1,99 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • ...Als zweites Leistungsfach wählte Tim aus echtem Interesse Gemeinschaftskunde. Fast täglich lehrte eine einundfünfzigjährige Lehrerin namens Ursula Müller-Schegoleit in diesem Fach. Frau Müller-Schegoleit war eine dickliche, langhaarige und unvorteilhaft gekleidete Person. Ihre Sommer-Garderobe bestand aus einem dunklen Baumwoll-Oberteil undefinierbarer Farbe und einem schwarzen, knöchellangen Rock, ihre Winter-Garderobe auch. Die Schüler durften ihre Pädagogin duzen und mit 'Uschi' ansprechen. Als Rudiment der 70er-Jahre-Frauenbewegung wirkte sie jetzt, zwanzig Jahre später, wie die comicartige Überzeichnung einer Emanze. Ohne Wimpernzucken überquerte sie die Zebrastreifin, verlangte in der Frauenkneipe nach einer Zuckerstreuerin und lebte im Einklang mit den Phasen der Mondin. Gewalt trifft immer Frauen, hieß ihre Maxime, obwohl Männer die meisten Opfer stellten. Wir erkämpften uns das Wahlrecht, behauptete sie gern. Dabei setzten dieses Recht 1918 Bauern, Soldaten und Matrosen durch, die vorher ebenfalls nicht wählen durften. Uschi liebte ihren bärtigen und weichgespült wirkenden Freund, von dessen fehlendem handwerklichem Geschick sie herablassend berichtete. Keinen Nagel schlägt der gerade in die Wand, aber den Hammer halten kann ich als Frau selbst und es gibt Wichtigeres in der Welt, verkündete sie trotzig ihr Selbstverständnis. Der Freund, das war 'der Günter', durfte sie Freitags nach dem Unterricht abholen und grüßte bei dieser Gelegenheit unbeholfen-artig. Eine eigenwillige Kombination, dachte Tim, wenn Günter in selbstgestricktem Norweger-Pullover, verschlissener Breitcordhose und weinroten Birkenstock-Schuhen vor ihm stand. Die Diskriminierung der Frauen beginnt schon bei einseitiger Verwendung der Sprache, wetterte Uschi, angespannt vor den Schülern hin und her laufend. Sprecht also künftig nicht von Feuerwehrmännern, sondern gefälligst von Feuerwehrleuten! Es gibt gar keine Feuerwehrfrauen, wandte Tim spontan ein, die Arbeit ist viel zu schwer und gefährlich. Im Rahmen der Gleichberechtigung haben gerade Frauen ein Anrecht auf Teilhabe an solchen Berufen, belehrte sie ihn. Für das Wort Täter suchte seine Pädagogin keinen geschlechtsneutralen Ausdruck...