Erzählungen aus 1001 Nacht - Erster Teil

RSSErzählungen aus 1001 Nacht - Erster Teil Erzählungen aus 1001 Nacht - Erster TeilCover: Erzählungen aus 1001 Nacht - Erster Teil

Deutsch

Tausendundeine Nacht ist eine Sammlung morgenländischer Erzählungen und zugleich ein Klassiker der Weltliteratur. Typologisch handelt es sich um eine Rahmenerzählung mit Schachtelgeschichten. Aus Sicht der frühesten arabischen Leser hat das Werk den Reiz der Exotik, es stammt für sie aus dem „Orient“. Das Strukturprinzip „Rahmen + Geschichten“ sowie einige Motive der Rahmengeschichte sind indischen Ursprungs. Eine indische schriftliche Vorlage ist nicht erhalten.4,50 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • Und Schahrazad bemerkte das Grauen des Tages und hielt inne in der verstatteten Rede. Doch als die Hundertundvierundzwanzigste Nacht da war, fuhr sie also fort: »Ich vernahm, o glücklicher König, daß der junge Händler Tadsch al-Muluk erzählte: ›Als sie den Ehevertrag aufsetzten, bezeugte sie, die ganze Summe, die ihr versprochen war, erhalten zu haben und mir noch zehntausend Dirhems zu schulden. Dann zahlte sie den Zeugen ihren Lohn, und sie verschwanden, wie sie gekommen waren. Da sprang sie auf und warf ihre Kleider ab und stand da in einem feinen seidenen Hemd, das mit goldener Spitze umrandet war, und sie zog ihre Hose aus und ergriff meine Hand und führte mich zu dem Lager und sprach: ›Es liegt keine Sünde im erlaubten Beischlaf.‹ Und sie legte sich rücklings auf dem Lager nieder, zog mich an die Brust und seufzte und wand sich, als sei sie beschämt. Dann zog sie das Hemd über ihre Brüste herauf, und als ich sie also erblickte, da hielt ich mich nicht mehr zurück, sondern stieß hinein, und ich sog an ihren Lippen, während sie wimmerte und tat, als schäme sie sich und weine, obgleich keine Tränen kamen; und schließlich flüsterte sie: ›O Geliebter, tu's, und tu's so gut wie nur möglich!‹ Und all das erinnerte mich an die Verse des Dichters: Als ich das Hemd ihr hochzog vom Dach ihrer Schenkel – Da fand ich so eng sie, wie meine Gedanken und wie mein Geld: So drang ich denn ein bis zur Hälfte: sie seufzte – Sprach ich: Weshalb stöhnst du? Und sie: Nach dem Rest, meine Welt! Dann wiederholte sie: ›O mein Geliebter, laß den Schluß geschehen, denn ich bin deine Sklavin. Mein Leben auf dich, heran! Gib es mir! Ganz! Laß es mich mit der Hand hineinstoßen, bis in die Eingeweide!‹ Und sie ließ nicht ab, mich mit Seufzern und stöhnenden Lauten anzureizen, und mit Liebesschreien, so oft sie die Küsse und die Umarmungen unterbrach, bis wir unter dem Gestammel der Lust die höchste Wollust erreichten und an dem Ziele waren, das wir vor Augen hatten. So schliefen wir bis zum Morgen zusammen.