Gratis eBooks: Cécile

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Cécile v. St. Arnaud und ihr weit älterer Ehemann Oberst Pierre v. St. Arnaud lernen auf einer Urlaubsreise in den Harz den Ingenieur Robert v. Gordon kennen. Bei gemeinsamen Unternehmungen erleidet die offenbar nervenkranke und seltsam ungebildete Cécile einen Schwächeanfall im Geburtshaus Kloppstocks, als sie von der anstoßerregenden Entstehungsgeschichte der dortigen Bildersammlung hört. Im weiteren Verlauf der Bekanntschaft soll sich herausstellen, dass sie auf anstößige Bemerkungen in Adelskreisen empfindlich reagiert. Robert v. Gordon ist sehr an der jungen Frau interessiert und hofft, von seiner Schwester Clothilde weitere Informationen über sie zu erhalten. Nach einer plötzlichen, beruflich bedingten Abreise unsicher, ob er sich wieder mit Cécile treffen soll, versucht er es dennoch. Nach der Rückkehr nach Berlin lernt er den Dorfprediger Dörffel kennen, der ihm eine Tragödie als Vorgeschichte andeutet. Diese wird in einem Brief seiner Schwester Clothilde bestätigt. Danach wurde Oberst St. Arnaud in ein Duell verwickelt, als er sich mit Cécile verlobte. Sie wurde nach dem Freitod ihres Vaters zur Vorleserin für Fürstin Welfen-Echingen ernannt – in Wahrheit war sie aber die Geliebte des Fürsten. Nach dem Ableben desselben blieb sie in gleicher Funktion bei dessen Neffen. Als auch dieser starb, sollte sie einen Kammerherren heiraten, dem sie sich aber durch die Rückkehr zu ihrer Mutter entzog. Nach der Offenlegung dieser Vergangenheit werden für Robert v. Gordon die eigenartigen Reaktionen von Cécile verständlich und er zieht sich zurück. Nach einer mehrmonatigen Geschäftsreise sucht er wieder Kontakt zu Cécile v. St. Arnaud. Zufällig trifft er sie bei einem Opernbesuch in Begleitung des unsympathischen Geheimrates Hedemeyer wieder. Voller Eifersucht kommt es in der Opernloge zu einem heftigen Wortwechsel, der anderntags mit einem harschen Brief von Céciles Ehemann, der von Hedemeyer über den Kontaktversuch Gordons informiert wurde, fortgesetzt wird. Nach geltenden Gepflogenheiten bleibt Gordon nur eine Alternative: Er muss Pierre v. St. Arnaud zum Duell fordern. Robert v. Gordon wird bei diesem Duell getötet und St. Arnaud muss – um einer langjährigen Haftstrafe zu entkommen – nach Mentone fliehen. Cécile sollte ihm wenig später folgen – jedoch erfährt er nach wenigen Tagen von Dorfprediger Dörffel, dass sich Cécile das Leben genommen hat.Gratis eBook

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  • »Ja«, sagte sie langsam und gedehnt. Und eine Welt von Verneinung lag in diesem Ja. Gordon aber nahm ihre lässig herabhängende Hand und hielt und küsste sie, was sie geschehen ließ. Anderntags muss Gordon, durch ein Telegramm informiert, aus berufichen Gründen plötzlich abreisen. Im Zug rätselt er darüber, warum ein Wiedersehen mit Cécile untunlich sein sollte, ist sich aber sicher, dass es besser wäre, wenn er sie nicht wieder träfe: »Was sie von mir erwartet, sind Umwerbungen, Dienste, Huldigungen. Und Huldigungen sind wie Phosphorhölzer, eine zufällige Friktion und der Brand ist da.« Dennoch schreibt er wenig später einen Brief an Cécile, versucht sie auch, da er von den Sommerplänen der St. Arnauds weiß, in ihrem Urlaubsquartier an der Nordsee auf-zufnden, was aber nicht gelingt, und macht sich schließlich, nach Berlin zurückgekehrt, auf, um sie in ihrer Wohnung am Hafenplatz aufzusuchen. Dies gelingt erst bei einem zweiten Versuch. Er lernt bei dieser Gelegenheit den Hofprediger Dörffel kennen, einen Vertrauten der jungen Frau, dem gegenüber sie, als Gordon seine Visite beendet hat, ihre Befürchtungen ausspricht: »Er [Gordon] weiß nichts von der Tragödie, die den Namen St. Arnauds trägt, und weiß noch weniger von dem, was zu dieser Tragödie geführt hat. Aber auf wie lange noch? Er wird sich rasch hier wieder einleben, alte Beziehungen anknüpfen und eines Tages wird er alles wissen. Und an demselben Tage ...« Cécile hat eine Vorahnung eines blutigen Ausgangs und meint: »Ach, mein Freund, suchen wir ihn nicht zu halten, wir halten ihn nicht zu seinem und meinem Glück.« Dörffel versucht sie zu beruhigen, was ihm denn auch einigermaßen gelingt. Während aus diesen Andeutungen für den Leser klar hervorgeht, dass wirklich eine ungewöhnliche Vorgeschichte vorliegen muss, beruhigt sich Gordon in einem Selbstgespräch: »Ich glaube jetzt klar zu sehen. Sie war sehr schön und sehr verwöhnt, und als der Prinz, auf den mit Sicherheit gerechnet wurde, nicht kommen wollte, nahm sie den Obersten. Und ein Jahr später war sie nervös, und zwei Jahre später war sie melancholisch. Natürlich, ein alter Oberst ist immer zum Melancholischwerden. Aber das ist auch alles.« In den nächsten Wochen verkehrt Gordon regelmäßig im Hause St. Arnaud und lernt die dort häufger versammelte, nicht sehr angenehme Gesellschaft kennen. Rosa, die ebenfalls zu den regelmäßigen Gästen gehört, bestätigt ihn in seinem Verdacht, dass Céciles Ehe nicht allzu glücklich ist. Auch Rosa sagt indirekt eine Katastrophe voraus: »Gebe Gott, dass es ein gutes Ende nimmt.«