Die Lohgrube

Hans-Joachim Rech

RSSDie Lohgrube Die LohgrubeCover: Die Lohgrube

Deutsch298 Seiten

Im Waschraum eines Mehrfamilienhauses in Münster, wird die verstümmelte Leiche eines Mannes gefunden. Alle Indizien sprechen zunächst für einen Ritualmord. Die Kommissare Hornberg und Melzer nehmen die Ermittlungen auf. Während Hornberg an der Ritualmord Theorie festhält, recherchiert sein Kollege Melzer die Geschichte der Liegenschaft und kommt unglaublichen Zusammenhängen auf die Spur, deren Wurzeln weit zurück reichen in eine Zeit, als eben an diesem Ort des Verbrechens, einem blutgierigen Drachengott geopfert wurde. Die Kriminalisten geraten im Laufe ihrer Ermittlungstätigkeit immer stärker in den Bann aus Mystik, Sage und Fakten, dessen feinmaschiges Netz sich als scheinbar undurchdringlich erweist. Der Vorbesitzer des Hauses, ein Herr Goldberg, klärt die Beamten über die Vorgeschichte auf, und was sich in diesem Haus seit seiner Erbauung zutrug. Dabei kommt zur Sprache, dass bereits vor sechzig Jahren in einem Stollen unterhalb des Kellers Skelettfunde gemacht wurden. Hornberg und Melzer stellen fest, dass sich auf dem Gelände des heutigen Hauses ehemals Lohgruben befanden. Die Kommissare ermitteln, dass in Urzeiten an genau dem gleichen Ort einem heidnischen Drachengott Menschenopfer dargebracht wurden. Die Ermittlungen ziehen weitere Kreise, die Nebel der Vergangenheit legen ihre düsteren Schleier über alle Beteiligten und drohen sie zu ersticken. Ob die Kräfte der alten Zeit endgültig Frieden geben, weiß niemand genau zu sagen. Hornberg und Melzer sind fest überzeugt, dass sie alles getan haben, um weitere Verbrechen dieser Art zu verhindern. Haben sie wirklich alles getan?ISBN: 9783961189342Tags: Münster-Krimi Ritualmorde Kultmorde Opfermorde4,99 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • Vorwort

    In Märchen und Sagen, Legenden und Schauergeschichten versuchten die Schriftkundigen aller Jahrtausende dem Phänomen des Drachens beizukommen, die ihm gemäße Würdigung und Erklärung angedeihen zu lassen. Wo sich die tatsächlichen Geschehnisse (Begegnungen von Menschen mit Drachen sind historisch überliefert und verbürgt) mit dem Unverständnis gegenüber dem Unerklärlichen zu vermischen begannen, war der Boden bereitet für jene Überlieferungen, die sich nicht nur im deutschen Schriftgut als die sogenannten "klassischen Drachen- und Heldensagen" darstellen und deren Anziehungskraft bis auf den heutigen Tag ungebrochen ist. Gerade der zivilisierte, an Fantasie und Vorstellungsvermögen degenerierte Mensch, sucht in immer stärkerem Maße Zuflucht in den Aufzeichnungen und Schriften der alten Zeit, in esoterischen Zirkeln, bei Wahrsagern, Hexen und Druiden. Hier bieten sich im wahrsten Sinne des Wortes die Geschichten und Erzählungen von Drachen, die nicht nur dem gedanklichen Reich der Fantasie entsprangen, in geradezu einladender Weise an. Als Einstieg in eine unglaubliche, abenteuerliche und fantastische Welt, die in ihrer Dämonenhaften Virtuosität viel mehr zu bieten hat, als grausigen Schrecken und die Angst vor furchterregenden, schuppigen, Feuer speienden Ungeheuern. Dennoch ist stets Wachsamkeit geboten. Die Seelen der einst mächtigen Drachen sind mitten unter uns und immer auf der Suche nach einem Menschen, durch den sie die Möglichkeit haben, erneut auf diese Welt zurückzukehren. Wer sich mit Drachen beschäftigt sollte sich stets vor Augen halten, dass er sich in ein undurchdringliches Dickicht aus Fantasie, Wirklichkeit und Übersinnlichem begibt, ein Dickicht, in dem schon sehr viele Menschen nicht nur ihren Verstand, sondern auch ihr Leben verloren. Treten Sie den Drachen mit Respekt und Vorsicht entgegen, seien Sie so zurückhaltend wie möglich, aber durchaus selbstbewusst und bei klarem Verstand. Versuchen Sie den Drachen als Teil Ihrer selbst zu sehen. Wenn Sie sich ihm auf diese Weise nähern besteht die größte Chance auf Anerkennung und Erfolg. Doch eines sollten Sie niemals tun. Versuchen Sie nicht den Drachen zu betrügen oder zu verraten. Er vergisst das nie. Er wird seinen Tribut fordern, seinen Rachedurst stillen und Ihr Schicksal vollziehen.



    Die Lohgrube ist ein Fantasie Thriller und handelt vom Leben und Sterben eines Menschen. Seine Motive mögen durchaus lauter gewesen sein, auch nach seinem eigenen Verständnis, doch er beging den verhängnisvollen Fehler seine Vorstellung von Recht und Gerechtigkeit auf die Welt der Drachen übertragen zu wollen. Ein Unterfangen, das unweigerlich zur Katastrophe führen musste. Schicksalhaft verbindet die Spur des Drachens die Jahrtausende, verknüpft Menschen und Geschicke zu einem unauflösbaren Band, kettet die Sorglosen an die Verdammten, schmiedet die Hilflosen an die Starken, vereint die Gottlosen mit den Gläubigen. Aus den geistigen Dünsten göttergläubiger Vorfahren erstand aus dem Dunkel einer unerklärlichen Vergangenheit die Macht des Drachengottes, der das Werden und Vergehen der Menschen auf Jahrtausende bestimmen sollte. Wenn auch die Zeiten vergingen wie die Blätter im Herbst an den Bäumen, so bleibt doch das bestehen, was geschah. Für alle Zeiten.

    Liebe Leser, verstehen Sie die Zeit als eine Schicht. In jeder Sekunde geschieht an allen Punkten auf dieser Welt irgendetwas. Das gesamte Universum ist erfüllt von Abläufen. Jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde, jeder Tag, jedes Jahr, jedes Jahrtausend, die Jahrmillionen, sie alle hinterließen eine unvorstellbar große Masse an Sedimentzeit, nur zu vergleichen mit den Ablagerungen der Flüsse und Ströme auf den Ozeanböden, wo sich ähnliches vollzieht. Und wie bei den anorganischen Ablagerungen, so bilden sich auch aus den Zeitsedimenten Gebirge, die ebenso über Täler und tiefe Schluchten, aber auch über höchste Spitzen verfügen.