Der Prozess Graef

Historische Kriminalfälle Band 6

RSSDer Prozess Graef Der Prozess GraefCover: Der Prozess Graef

DeutschErschienen: 2012

Die Serie „Historische Kriminalgeschichten“ ist eine Sammlung der interessantesten Kriminalgeschichten aller Länder aus älterer Zeit. Bereits von 1842 bis 1890 erschien in 60 Bänden bei Brockhaus in Leipzig eine solche Sammlung. Begründet wurde sie von Julius Eduard Hitzig und Wilhelm Häring (Künstlername: Willibald Alexis), fortgeführt von Anton Vollert. Wichtigstes Vorbild für Hitzig und Häring waren die Fälle, die Paul Johann Anselm von Feuerbach während seiner Zeit im bayerischen Ministerial- und Justizdienst gesammelt und zwischen 1808 und 1829 in mehreren Bänden veröffentlicht hatte. Dort erschienen sie unter dem Titel „Pitaval.“ Namensgeber war der französische Advokat François Gayot de Pitaval (1673–1743), dessen Sammlung Causes célèbres et intéressantes, avec les jugemens qui les ont décidées 1734–1741 in 18 Bänden erschien und in viele europäische Sprachen übersetzt wurde. Damit begründete er die Literaturgattung des Pitavals. Friedrich Schiller verfasste für eine deutsche Bearbeitung der Fälle Pitavals eine Vorrede, in der er anregte, „auch von andern Schriftstellern und aus andern Nationen (besonders, wo es sein kann, aus Deutschland) wichtige Rechtsfälle aufzunehmen und dadurch allmählich diese Sammlung zu einem vollständigen Magazin für diese Gattung zu erheben“. Unsere Serie enthält in 15 Bänden dokumentarerzählerische Darstellungen von Kriminalfällen, die nach Justizakten oder anderen Überlieferungen für ein Publikum bearbeitet wurden, das sich weniger für die Aspekte der juristischen Verfahren als für die Biographien der Verbrecherinnen und Verbrecher sowie die psychologischen, sozialen und historischen Umstände ihrer Taten interessierte und dabei vor allem auch spannend-lehrreiche Lektüre suchte. 5,31 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • Inhaltsverzeichnis
  • Angesichts der schwerwiegenden Momente, die das Verhalten Wilhelms als ein ungewöhnlich verdächtiges erkennen ließen, muß es allerdings mehr als befremdlich, ja, es muß unerklärlich erscheinen, daß man den Lehrburschen sowohl während der Untersuchung wie auch während der Verhandlung eigentlich vollkommen unbehelligt gelassen hat – insofern nämlich unbehelligt, als man dem Gedanken, daß Wilhelm selbst der Täter sein könne, überhaupt nicht nähergetreten ist. Den von Ziethen im Laufe der Untersuchung geäußerten Verdacht, daß Wilhelm die Frau niedergeschlagen habe, hat man überhaupt nicht ernst genommen. Hatte doch Ziethen selbst zunächst gar nicht daran gedacht. Erst als ihm vom Untersuchungsrichter mitgeteilt worden war, daß Wilhelm ihn als den Mörder bezeichnet und das Verbrechen mit eigenen Augen mit angesehen zu haben behauptet hatte, erst da ist Ziethen der Verdacht aufgestiegen: wenn der Junge so lügt, wenn er mich des Mordes beschuldigt, wenn er die Vorgänge in allen Einzelheiten zu kennen vorgibt, dann kann es kein anderer gewesen sein als er selbst. Alle Tatsachen, die Ziethens Verdacht hätten unterstützen können – Wilhelms Trunkenheit, das Kreischen der Wasserpumpe, das Schlagen der Ziethenschen Hoftür, das Knarren der Stiege, das Verschwinden der Joppe und des Messers –, alles das war ja Ziethen noch unbekannt. Er hatte keinen anderen Anhaltspunkt für seinen Verdacht als die ungeheure Lüge des Jungen. Wie Wilhelm dazu gekommen sein konnte, das Verbrechen zu begehen, darüber konnte Ziethen nur allgemeine Mutmaßungen aussprechen. Und was in dieser Beziehung von ihm vorgebracht wurde, war allerdings nicht sehr überzeugend. Er sagte: »Ich war ein strenger Meister. Ich habe den Jungen oft geprügelt. Er hat vielleicht irgendeine Dummheit begangen, Wurst gestohlen, Schnaps gesoffen. Er mochte fürchten, daß meine Frau mir das mitteilen würde. Er hat die Denunziantin gewaltsam beseitigt.« Das kann allerdings als ein genügendes Motiv zum Mord oder zum Totschlag nicht angenommen werden.

  • Der Frauenmörder
    Die Müller, Möller, Jensen und Pfeiffer
    Joachim von Dengern, alias Krause
    Vier Mädchen ohne Anhang
    Selma Cohen als Fünfte
    "Idylle an der Havel"
    Der blonde Herr mit dem Kneifer
    Thomas Hartwig
    Im Literaten-Café
    Lotte Fröhlich
    "Überführt!"
    Unterhaltung mit einem Mörder
    Kämpfende Seelen
    "Drei Menschen"
    Das große Rätsel
    Der große Prozeß
    Die Sensationspremiere
    Die Bombe platzt!
    Aus dem Dunkel empor!
    Der Prozeß Graef
    Der Prozeß Graef
    I. Der Fall Hammermann
    II. Hammermanns Bemühungen zur Befreiung seiner Frau
    III. Familie Rother und Zugehörige
    IV. Bündnis zwischen Hammermann, Kühnle und der Intrau
    V. Gustav Graef und sein Modell
    VI. Die Verhandlungen
    Das Schulmädchen Marie Schneider
    Der Mörder des Kaufmanns Max Kreiß
    Die Ermordung des Advokaten Bernays
    Der Mörder der Frau Marie Ziethen
    Der Fall Vukobrankovics
    Der erste Prozeß Vukobrankovics
    Der zweite Prozeß
    Das Buch der Milica Vukobrankovics
    Zusammenfassung
    Staatsanwalt Sierlin
    I.Staatsanwalt Sierlin
    II.Adolf Braun
    III.Der Kampf
    IV. Der Sieg