Der Graf von Monte Christo

RSSDer Graf von Monte Christo Der Graf von Monte ChristoCover: Der Graf von Monte Christo

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Der junge Seemann Edmond Dantès kehrt mit der "Pharao", einem Schiff des Reeders Morel, nach Marseille zurück. Dantès, der an Bord erster Offizier ist, genießt die Wertschätzung Morrels und soll zum Kapitän befördert werden. Auch sein privates Glück scheint perfekt: Er liebt die schöne Katalanin Mercedes, die Hochzeit des Paares ist beschlossene Sache. Am Vorabend der Hochzeit von Dantès und Mercedes spinnt Danglars eine Intrige gegen Dantès, indem er ihn als bonapartistischen Agenten denunziert: Er entwirft einen Denunziationsbrief, den er zerknüllt und wegwirft, den Fernand schließlich aufhebt und heimlich zur Post bringt. Während der Hochzeitsfeier am folgenden Tag, noch vor der Eheschließung, wird Dantès verhaftet und dem Untersuchungsrichter Villefort vorgeführt. Villefort erkennt schnell die Unschuld des jungen Mannes und will ihn gerade wieder in die Freiheit entlassen, als er erfährt, an wen der kompromittierende Brief Napoleons adressiert ist: an Noirtier, Villeforts eigenen Vater! Noirtier ist ein bekannter Parteigänger Napoleons, während Villefort die Interessen des jetzt herrschenden Königshauses vertritt. Würde die Affäre um den Brief bekannt, könnte dies seinem beruflichen Aufstieg zum Staatsanwalt großen Schaden zufügen. Deshalb vertuscht Villefort alle Spuren und schickt Dantès ohne Gerichtsverhandlung in das berüchtigte Gefängnis Château d´If, eine Festungsinsel vor der Küste von Marseille. Dort verbringt Dantès unschuldig 14 Jahre in Kerkerhaft. Er hört plötzlich Klopfgeräusche, die von dem Gefangenen Abbé Faria stammen, der einen Tunnel gräbt. Zwischen Dantès und Faria entsteht eine innige Freundschaft. Es gelingt Faria, die Ursache von Dantès´ Verhaftung und Einkerkerung zu rekonstruieren. Daraufhin schwört Dantès sich selbst unerbittliche Rache an denen, die sein Lebensglück zerstört haben. Verlag: GVP3,99 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • Am anderen Tage fand Dantès den Abbé wieder ruhiger in seinem Kerker, wenn er auch noch immer nicht über alle Nachwehen des schlimmen Anfalles hinaus war. Er konnte sich noch immer bloß der linken Hand bedienen, da ihm die rechte gelähmt blieb. Er hielt ein zu einer Rolle gewickeltes Papier darin und fragte Dantés, indem er es ihm hinhielt, wofür er es halte. Dantès sagte, er könne nichts darin sehen als ein Stück halbverbranntes Papier. - "Nun, Freund," sagte darauf der Abbé, "jetzt will ich Ihnen alles vertrauen, denn ich habe Sie geprüft. Dieses Papier ist ein Schatz, der Ihnen von heute ab zur Hälfte gehört." Kalter Schweiß trat Dantès auf die Stirn. Noch hatte der Abbé bisher kein Wort über den Schatz zu ihm gesprochen: und doch war der Schatz die Ursache, dass jeder im Schlosse If den armen Mann für einen Narren hielt. Nun kam es ihm so vor, als bedeuteten diese Worte einen schlimmen Rückfall in diese Narrheit, verursacht durch den kataleptischen Anfall der letzten Nacht. "Freund!" sagte er darum, "Ihre Krankheit hat Sie gewiss noch nicht ganz verlassen. Es wäre doch wohl besser, wir sprächen heute nicht soviel miteinander, sondern Sie ruhten sich noch recht." - "Nein, Edmund, denn ich weiß nicht, wann der dritte Anfall über mich kommt, und dann wäre es zu spät, über die Dinge mit Ihnen zu sprechen, die Sie nun hören sollen. Lassen Sie mich Ihnen also sagen, was mir zur Zeit das Herz recht schwer bedrückt. Ich habe oft mit bitterem Hohne all jener Reichtümer gedacht, zu denen dieses Stück Papier den Weg zeigt. Zehn Familien hätten sie bereichern können: aber für die Menschen, die mich so schwer verfolgten, sind sie verloren und sollen sie verloren bleiben. Das ist meine Rache! Langsam ist die Rache in meiner Kerkerhaft entstanden, aber schnell ist sie, als sie einmal in meinem Herzen keimte, gewachsen. Jetzt beklage ich bloß, dass ich Sie nicht früher gefunden habe, dass ich Sie nicht früher in den Besitz dieses Reichtums setzen konnte."