Königin Margot

RSSKönigin Margot Königin MargotCover: Königin Margot

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Im Mittelpunkt steht Margarete von Valois auch bekannt unter dem Namen la Reine Margot, war Königin von Frankreich und Navarra sowie Herzogin von Valois.
Das Leben Margaretes von Valois – nach dem Tod Heinrichs III. letzter Spross der Valois-Dynastie – war durch Skandale, Intrigen und Tragödien geprägt. Als gläubiges Mitglied der katholischen Kirche mit dem hugenottischen König Heinrich von Navarra verheiratet, war sie aufgrund der französischen Religionskriege (Bartholomäusnacht) ihr Leben lang Spielball der religiösen und politischen Parteien im Kampf um die Macht in Frankreich.
Ihr Leben ist vornehmlich durch die selbst verfassten Memoiren bekannt, die ein nahezu authentisches Bild ihrer Zeit in den Jahren 1565 bis 1582 geben. Der Rest ihres Lebens ist unter anderem durch ihre erhaltenen Briefe dokumentiert.
Margarete pflegte einen für ihre Zeit unkonventionellen Lebensstil, der zu zahlreichen Gerüchten und Spötteleien am französischen Königshof beitrug. Sie selbst ergriff keine Maßnahmen, diesem Gerede entgegenzutreten, so dass ihre Person in späteren Publikationen oft als lasterhaft und sittenlos dargestellt wurde. Heutige Historiker attestieren ihr jedoch, dass sie sich lediglich die Freiheiten nahm, die zu jener Zeit für männliche Mitglieder des Adels üblich waren.
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  • Nach diesen Worten setzte Margarete ihren Weg fort. La Mole stellte sich an die Wand. Doch der Gang war so eng und das Seidenkleid der Königin von Navarra so üppig, daß es den jungen Mann streifte. Ein schwerer Duft verbreitete sich über die Stelle, die sie durchschritten. Ein Beben bemächtigte sich La Moles, und als er fühlte, daß er hinsinken müßte, suchte er eine Stütze an der Wand.
    Margarete verschwand wie ein Traumbild.
    »Wollen Sie mir folgen, mein Herr?« fragte der Page, der mit der Führung La Moles zu den unteren Galerien beauftragt worden war.
    »Ja, ich komme schon,« rief La Mole noch ganz berauscht, denn wie der Jüngling ihm denselben Weg wies, auf welchem sich die Königin entfernt hatte, stieg die Hoff-nung in ihm auf, daß er die bewunderte Frau bei einiger Eile noch einmal sehen könnte.
    Als er auf die Höhe der Treppe kam, erblickte er sie wirklich nochmals im unteren Stockwerk. Sei es aus Zufall, sei es, daß der Schall seiner Schritte bis an ihr Ohr gelangt war, Margarete hob ihren Kopf, und so konnte er ihr noch einmal in die Augen sehen.
    »Oh!« seufzte er, und folgte dem Pagen. »Sie ist keine Sterbliche, sie ist eine Göttin! Wie Virgilius Maro singt: Et vera incessu patuit dea.«