Deutsche Justizirrtümer

Bebilderte Ausgabe

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DeutschErschienen: 2016

In dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagten - so lautet das Credo der Justiz. Dennoch kommt es immer wieder zu Fehlurteilen: Unschuldige werden inhaftiert, während der Täter sein Leben weiter in Freiheit verbringt. Die finanzielle Haftentschädigung kann die Schmach und den Ansehensverlust nicht aufwiegen.
Ist jemand rechtskräftig freigesprochen, kann ihm kein neuer Prozess gemacht werden. Was aber, wenn sich Jahre oder Jahrzehnte später herausstellt, dass ein Urteil falsch war? Zum Beispiel, weil die kriminaltechnischen Möglichkeiten zur Aufklärung des Falls noch nicht so ausgereift waren wie heute? Muss auch dieses Urteil dann für alle Zeit bestehen bleiben, weil es zwar falsch ist, dafür aber für Rechtsfrieden sorgt? Kann ein falsches Urteil überhaupt für Rechtsfrieden sorgen?
Es zeigt sich immer wieder deutlich, wie zerbrechlich die Wahrheit ist, die täglich tausendfach in deutschen Gerichtssälen rechtsverbindlich gefunden wird - und wie gefährlich sie sein kann für die Betroffenen. 17 Fälle aus über 50 Jahren deutscher Justizgeschichte wurden hier zusammengetragen und bilden doch nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Würde man alle aufzählen, wären x-Bände notwendig.
Verlag: Brokatbook Verlag Gunter Pirntke5,99 € inkl. gesetzl. MwSt. / ohne DRM

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  • Inhaltsverzeichnis
Zur Zeit verfügbare eBooks von Pirntke, Gunter
  • Bei diesem spektakulären Doppelmord handelt es sich um einen der bekanntesten und meistdiskutierten Kriminalfälle der jüngeren deutschen Vergangenheit. Die anschließende Verhandlung war ein reiner Indizienprozess, bei dem die Schuld der Angeklagten nach Auffassung der Medien und der Öffentlichkeit keineswegs eindeutig war – trotz der Gerichtsurteile.
    Die öffentliche Diskussion bezog sich allerdings kaum auf die Ermittlungsergebnisse und Beweise (die ziemlich klar waren), sondern eher auf die Person der Verurteilten. Ende der 80er-Jahre ging es nicht mehr – wie im Fall Vera Brühne 25 Jahre zuvor – gegen die selbstbewusste und selbstständige Frau, die es gewagt hatte, aus dem zeitgenössischen Rollenklischee auszubrechen, sondern um eine Verteidigung von bürgerlicher Ehe und Mutterschaft. Monika Weimar hatte versucht, der Enge der Provinz und den Zwängen einer unerträglichen Beziehung zu entkommen, und dabei etwas getan, was sich garantiert schon Tausende andere Frauen ausgemalt haben.
    Als sich allerdings erwies, dass die Angeklagte tatsächlich schuldig war, wollte niemand glauben, dass eine deutsche Frau zu einer solchen Gräueltat imstande sein konnte. Richter und Staatsanwälte sahen sich wieder einmal dem auf Anklägerseite gefürchteten Motto »Was nicht sein kann, darf nicht sein« gegenüber.

  • Impressum
    Einleitung
    Doppelmord am Starnberger See: Der Fall Brühne-Fehrbach
    Indizienmord: Der Fall Maria Rohrbach
    Der verrückte Weigand: Der Fall Paul Blomert
    Ist er der Mörder?: Der Fall Johann Lettenbauer
    Ich habe es nicht getan: Der Fall Monika Weimar
    Kindesmissbrauch: Der Wormser Prozess
    Mord ohne Leiche: Der Fall Pascal
    Der falsche Mörder: Der Fall Peggy Knobloch
    „Entsorgte" Leiche taucht: Der Fall Rudolf Rupp
    Polizistensolidarität: Der Fall Harry Wörz
    Sexualleben des Wetterfrosches: Der Fall Jörg Kachelmann
    Und plötzlich bist Du verrückt: Der Fall Gustl Mollath
    Schadenersatz? Verjährt!: Der Fall Frederike von Möhlmann
    Weitere Fälle
    Horst Arnold
    Günther Kaufmann
    Monika de Montgazon
    Heinz G.
    Zusammenfassung
    Quellenverzeichnis